Schöpfung bewahren

Seit September 2019 findet das Forum Bewahrung der Schöpfung monatlich statt.
Es bietet Austausch über alle Themen, die den Schutz unserer Erde betreffen.
Ziel ist es, gemeinsam zu überlegen, wie jeder und jede Einzelne und auch Kirchengemeinden zu einem nachhaltigen Lebensstil gelangen können.

Im November und Dezember ging es dabei um Möglichkeiten einer naturnahen Gartengestaltung. Am Jahresanfang beschäftig das Forum die Frage der Vermeidung von Plastikabfällen. 

 

Die nächsten Termine des Forums finden Sie hier: www.katholische-kirche-borsum-sarstedt.de/aktuelles/veranstaltungen/

 

Aktuelles Thema im Forum

Garten naturnah - Artenschutz

Podcast zum Artenschutz

Winfried Kauer erläuterte in der Tonkirche m 6. Dezember 2019 einige Ideen, wie der private Garten oder die Wiese an der Kirche dem Artenschutz dienen kann.

„Eine Arche für unsere Gemeinde“

Ein äußerlich schlichtes Büchlein, diese Enzyklika „Laudato si´“ von Papst Franziskus. Inhaltlich jedoch ein Paukenschlag in einer Zeit, in der „die äußeren Wüsten (…) in der Welt (wachsen), weil die inneren Wüsten so groß geworden sind“. Es erinnert uns daran, die Natur als Geschenk des himmlischen Vaters zu begreifen. Wir sollen Verantwortung übernehmen für dieses Geschenk und für das Gemeinwohl.

Im Forum Bewahrung der Schöpfung treffen sich Menschen aus den Pfarreien des Dekanates, die sich engagieren möchten. Es werden Ideen und Projekte für unsere Kirchorte und für das Dekanat entwickelt. Die erste Frage, mit der wir uns befasst haben war: „Was können wir zum Schutze der Flora und Fauna tun, auf kirchlichen Flächen und auf privaten Flächen der Gemeindemitglieder?

Schnell haben wir gemerkt: Eigentlich ist es ganz einfach. Nicht nur das Artensterben beklagen oder schlicht ignorieren, sondern im Garten und rund um den Kirchturm Bereiche suchen, die etwas abseits und geschützt liegen. Dort einfach die intensive Pflege einstellen. Zum Beispiel erst nach Mitte Juli mähen, in Gebüschnähe oder in ungenutzten Ecken einen Staudensaum stehen lassen, der nur einmal jährlich oder alle zwei Jahre gemäht wird, in die Rasenflächen Zwiebeln von Schneeglöckchen, Krokus und andren Frühblühern einpflanzen, für den Frühsommer zum Beispiel Margeriten denken.

Mit zunehmender Erfahrung wird es gelingen, das Nahrungsangebot für Insekten und Vögel nicht nur zeitweise, sondern über die ganze Vegetationsperiode hinweg zu erhalten. Wenn nicht zu oft gemäht wird, werden sich auch die oft schon natürlich dort vorhandenen Pflanzen wieder zeigen, zur Blüte und teilweise zur Samenreife gelangen.

Nein, die „wilden Ecken“ in unseren Gärten und auf unseren kirchlichen Grundstücken sind kein Ausdruck nachlässiger Pflege, sie sind unsere Archen und wir freuen uns mit dem Gärtner darüber, wenn es dort summt und brummt und die Vögel zwitschern.

Ein paar Nisthilfen für Insekten und Vögel gefällig? Aber klar! Unsere Kinder- und Jugendgruppen in der Gemeinde erledigen das. Und mit Unterstützung z.B. des Borsumer Naturschutzvereins werden dabei auch frustrierende Fehler vermieden. Die „Vollbelegung“ wird es zeigen. Sicherlich erfreut dies auch unseren himmlischen Vater, der uns diese Natur in ihrer grenzenlosen Vielfalt anvertraut hat.

Winfried Kauer

Vogelsterben

https://pecbms.info/trends-and-indicators/indicators/indicators/EU1_Fa/

Seit 1980 hat die Zahl der Vögel in den Staaten der Europäischen Union um 56 Prozent abgenommen: Hunderte Millionen Tiere sind damit schlicht verschwunden, darunter Arten, die man früher als Allerweltsarten bezeichnet hat, wie Star, Feldlerche oder Goldammer. Kiebitze, Uferschnepfen oder Rebhühner sind flächendeckend zu Raritäten geworden oder regional ausgestorben.

  www.spektrum.de/kolumne/europas-vogelwelt-ist-im-sinkflug-vor-allem-im-laendlichen-raum/1620014

Pflanzensterben

Die absolute Zahl der ausgestorbenen Arten liegt deutlich höher als bisher angenommen wurde. Die sogenannte Aussterberate ist allerdings geringer als Botaniker bislang geglaubt haben. Doch sterben nach Auffassung der Wissenschaftler durch den Menschen Pflanzenarten schneller aus, als sie es natürlicherweise tun würden. In den vergangenen 250 Jahren sind demnach jedes Jahr 2,3 Pflanzenarten für immer vom Globus verschwunden.

www.nature.com/articles/s41559-019-0906-2.epdf

"Wenn „die äußeren Wüsten […] in der Welt [wachsen], weil die inneren Wüsten so groß geworden sind“, ist die Umweltkrise ein Aufruf zu einer tiefgreifenden inneren Umkehr. (...)  Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives, noch ein sekundärer Aspekt der christlichen Erfahrung." Laudato si 217

Insektensterben

Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld v. 18.10.2017:

  „Unsere Analyse schätzt einen saisonalen Rückgang von 76% und einen Rückgang der Insektenfliegenbiomasse während der letzten 27 Jahre um 82%. Wir zeigen, dass dieser Rückgang unabhängig vom Lebensraumtyp offensichtlich ist, während Veränderungen des Wetters, der Bodennutzung und der Habitateigenschaften diesen allgemeinen Rückgang nicht erklären können.“ https://www.hero-for-nature.de/images/image/Studie_Insektensterben.pdf

Studie von Sebastian Seibold und Wolfgang Weisser:

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Arthropodenbiomasse, die Häufigkeit und die Artenzahl auf allen trophischen Ebenen stark zurückgehen. Der Rückgang der Arthropoden in Wäldern zeigt, dass der Verlust nicht auf offene Lebensräume beschränkt ist. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Hauptursachen für den Rückgang von Arthropoden in größeren räumlichen Dimensionen liegen und (zumindest bei Grünland) auf landschaftlicher Ebene mit der Landwirtschaft in Zusammenhang stehen.“

https://www.nature.com/articles/s41586-019-1684-3