Glauben

Gottes Gegenwart

 

"Und wieder ist mir zumute wie einem, dem ein bekanntes Gesicht begegnet, das sich, ohne sich optisch zu ändern, in ein Anderes, ganz und gar Fremdes verwandelt - es ist, als ob ich noch ein "Auge" hätte, ein" inneres", irgendwie sinnenhaftes, aber mehr "fühlendes" Organ, das - im Vorfeld jeder Sprache - das Anwesen - die Gegenwart des/ eines unbenennbaren Wirklichen wahrnimmt.

                                                                                                                                             Fridolin Stier


Der "unbenennbare Wirkliche" oder "Anderweltliche" so bezeichnet der Alttestamentler Fridolin Stier Gott. In seiner Tagebuchnotiz beschreibt er, wie er beim Gang durch die üppig wachsende und blühende Natur, angesichts von Bäumen, Disteln und Gräsern, die Gegenwart Gottes erfährt.

 


 

Gott zu verstehen und zu begreifen ist unmöglich. Er scheint so außerhalb unseres Horizonts zu sein.

Als Schöpfer der Natur ermöglicht er uns, ihn unmittelbar, manchmal unverhofft zu erfahren. Denn wir selbst sind ein Teil seiner Schöpfung.

Wind, Regen, Kälte bringen die Natur in einen Ruhezustand. Trotzdem können wir im Winter sein Leben schaffendes Wirken beobachten. Die Zweige der Bäume haben Knospen, in den stehengebliebenen Stauden überwintern zahlreiche Insekten, die Wintervögel finden hier ihre Nahrung. Gott sorgt für seine Schöpfung. Er ist der Grund für alles, was in der Welt ist, er lässt wachsen, ermöglicht Leben, ist so wirksam gegenwärtig.

Waltrud Kilian, Pastoralreferentin im Dekanat