Eine Woche Zeit...

...für das Leben im Meer

„Frag doch das Vieh, das wird dich`s lehren und die Vögel unter dem Himmel, die werden`s dir sagen. Oder die Sträucher der Erde, die werden`s dich lehren und die Fische im Meer werden`s dir erzählen"
so widerspricht Hiob seinem Freund Zofar, der ihm erklären wollte, der Mensch könne Gottes Weisheit nicht begreifen.

Die Fische im Meer erklären Gottes Weisheit. Mit dieser Aussage zeigt sich, wie nah die Menschen in der Zeit des Buches Hiob der Natur waren. In der Zeit des 6. bis 2. Jahrhunderts wurde das Buch vermutlich verfasst.

In einem Film über die Unterwasserwelt konnte ich vor einigen Wochen fasziniert zusehen, wie ein gr0ßer Fischschwarm, dem sich eine Herde von Haien näherte mit einer wunderbaren Choreografie die Haie so verwirrte, dass kein einziger Fisch gefressen wurden. Der Schwarm bewegte sich in die Tiefe, plötzlich schwamm ein Teil wieder hinauf, ein anderer Teil in eine ganz andere Richtung. Ein großartiges Schauspiel der Natur. Kein Zuschauer kann erkennen, wie die Fische im Schwarm miteinander kommunizieren.

Wir leben in einer Welt, in der der Mensch sich sehr von den Mitgeschöpfen entfernt, als einzigartig und über allen anderen Stehenden  begreift. Daraus entsteht die Gefahr, dass wir immer weniger von  den anderen Geschöpfen wissen und den Respekt verlieren.

Überfischung, vom Aussterben bedrohte Fischarten, verschmutzte und durch den Klimawandel erwärmte Meere stoßen nun uns selbst an unsere Grenze.

In dieser Woche - Zeit für das Leben im Meer - sich Zeit nehmen für Unterwasserwelten. Bäche und Flüsse sind unsere Verbindung zum Meer von hier fließt das Leben, aber auch die Verschmutzung, die wir verursachen, dorthin.

Waltrud Kilian, Pastoralreferentin